Höhere Kreditzinsen für Wenigverdiener
vorprogrammiert
Wer den Kreditmarkt - egal ob online oder offline, egal ob
mit oder ohne Schufa Auskunft - während der letzten Jahre aufmerksam beobachtet
hat, der konnte feststellen, dass immer mehr Kreditgeber von der fixen
Zinszusage zur bonitätsabhängigen Verzinsung übergegangen sind. Dies bedeutet,
dass das entsprechende Bankinstitut Kunde A ein anderes Kreditangebot macht als
Kunde B. Entscheidend dafür wie gut oder schlecht das entsprechende Angebot
ausfällt ist die Bonität des Antragstellers.
Begründet wird diese Vorgehensweise von Seiten der Banken in
erster Linie damit, dass bei einer Kreditvergabe an Personen mit schlechterem
wirtschaftlichem Umfeld (beispielsweise einem niedrigeren Einkommen) das Risiko
für den Kreditgeber wesentlich höher ist. Dieses Kreditrisiko wiederum wird über
höhere Kreditzinsen zu kompensieren versucht.
Bei einer vor einiger Zeit durchgeführten Untersuchung zu
diesem Phänomen wurden insgesamt 150 Kreditangebote von Banken in mehreren
deutschen Großstädten eingeholt. Bei ansonsten gleichen Bedingungen (Kreditsumme
und Laufzeit) unterschieden sich die Testpersonen lediglich durch ihr
persönliches Einkommen. Das Ergebnis fiel wie erwartet aus: Wer weniger
verdient, wird mit höheren Kreditzinsen "bestraft". Unterschiede von bis zu vier
Prozent konnten beim effektiven Jahreszins festgestellt werden.
Alles in allem bleibt Geringverdienern die Möglichkeit -
sofern es sich um keine online vermittelte Kredit-Finanzierung handelt - der
Nachverhandlung der Kreditzinsen mit dem entsprechenden Bankinstitut. Eine
andere Möglichkeit für Antragsteller mit geringem Arbeitseinkommen besteht
natürlich darin von vornherein nur bei jenen Banken einen Kreditantrag zu
stellen, welche von der Bonität unabhängige Zinsen anbieten und die
Kreditanbieter mit bonitätsabhängiger Vertragsgestaltung komplett auszuklammern.
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