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Schuldenkompass 2009 wartet mit durchaus beachtenswerten Ergebnissen auf
Beachtenswert bis erstaunlich sind die Ergebnisse des jetzt veröffentlichen Schuldenkompass 2009. Hierbei handelt es sich um eine statistische Datensammlung der Schutzgemeinschaft für
allgemeine Kreditsicherung SCHUFA zur Verschuldungssituation in den bundesdeutschen Haushalten (Beitrag zum Vorjahresbericht).
Zunächst einmal von Interesse ist das berühmt-berüchtigte Nord-Süd-Gefälle, das etwa auch aus Arbeitslosenzahlen-Statistiken bekannt ist. Ausgehend von der Zahl aller bei der SCHUFA erfassten
Personen, welche über mindestens ein eingetragenes Negativmerkmal verfügen, zeigt sich dass dieser Tatbestand auf 12,1 Prozent aller Berliner und 11,6 Prozent aller Bremer, aber nur auf 6,4 bzw. 6,7 Prozent
aller Menschen in Bayern und Baden-Württemberg zutrifft. Es sei in diesem Zusammenhang angemerkt, dass die Statistik alle Negativmerkmale, also sowohl die weichen als auch die harten, berücksichtigt. Zu
ersteren zählen beispielsweise offene Forderungen von Unternehmen gegenüber Privatkunden (unbezahlte Handyrechnung, nicht planmäßig verlaufener Ratenkauf beim Versandhaus etc.), zu letzteren private Insolvenzen
oder eingetragene eidesstattliche Versicherungen ("Offenbarungseid").
Besondere Aufmerksamkeit verdient alljährlich auch der sog. Privatverschuldungsindex (PVI). Dieser gilt als guter Maßstab für die Verschuldungssituation der Deutschen, er zeigt auf inwiefern
kritische Anzeichen für die Privatverschuldung zu- oder auch abgenommen haben. Die Situation ist fast ein Spiegelbild der Ausführungen im ersten Absatz, die Einwohner der deutschen Bundeshauptstadt liegen auch
in diesem Bereich ganz "vorne", Bayern und Baden Württemberg sind wieder die beiden Musterknaben, allerdings in umgekehrter Reihenfolge. Für das Jahr 2010 wird allgemein mit einem höheren Zuwachs als im Jahr
2009 gerechnet. Wer noch mehr ins Detail gehende Statistiken bevorzugt kann die Aufsplittung des PVI im Hinblick auf Bürger aus Städten und Kreisen in Augenschein nehme. Mit diesen Zahlen lässt sich also
feststellen wie die eigene Stadt, der eigene Kreis im Vergleich abgeschnitten hat.
Die Ergebnisse kompakt zusammengefasst lässt sich für das Jahr 2009 eine leichte Abnahme der Verschuldungsgefahr gegenüber dem Vorjahr konstatieren, für 2010 wird hingegen mit einer moderaten
Zunahme der Zahlen gerechnet. Auch was die Nachfrage nach Privatkrediten anbetrifft ist für dieses Kalenderjahr mit einem Rückgang zu rechnen, der Grund hierfür ist primär darin zu sehen, dass viele Anschaffung
aufgrund der diversen Förderungsprogramme von staatlicher Seite im letzten Jahr vorgezogen wurden (Stichwort "Abwrackprämie etc.).
A propos Kreditnachfrage: Die deutschen Konsumenten haben im Jahr 2009 erstaunlicherweise - trotz der Folgen der bekannten Finanzkrise - mehr Darlehen als im Jahr zuvor nachgefragt. Dies ist
insofern beachtenswert, da das Wort von der "Kreditklemme" auch in Deutschland lange Zeit die Runde gemacht hat und daher an sich davon auszugehen wäre,
dass ein angeschlagenes Bankensystem die Kreditvergabepraxis im Sinne einer Straffung der Kreditvoraussetzungen anpassen muss. Konkret nahm die Ratenkreditnachfrage 2009 um 17 Prozent, die Konsumkreditnachfrage
immerhin um zehn Prozent zu. Dass sich die Finanzkrise nicht auf die Kreditnachfrage bei Privatpersonen ausgewirkt hat, liegt nach Einschätzung der SCHUFA primär an den bereits erwähnten staatlichen
Sonderförderungen, dem historisch niedrigen Zinsniveau und der relativ stabile Arbeitsmarktssituation.
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